Forum zu Bewerbung und Jobsuche

Erfahrungsberichte schreiben und mit anderen austauschen

Der Berufemix brachte den Erfolg

Ausbildung: Keine Lehrstelle - das muss nicht sein. Mit viel Engagement ergatterte unser Sohn sogar mehrere Ausbildungsplatzangebote. 

Unzählige Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle, Absagen über Absagen - das muss nicht sein, wie die Ausbildungsplatzsuche meines Sohnes Christian zeigt: 

Christian hatte innerhalb von zwei Jahren zwar auch 55 Bewerbungen abgeschickt, davon kamen aber weniger als zehn als Absage zurück. Am Ende jedoch konnte er sich aus acht Stellenangeboten, dabei Großfirmen wie Siemens und Sachtleben, die für ihn bestgeeignete aussuchen. Kaum zu glauben in heutiger Zeit, denn Christian hatte zur Zeit der Bewerbung nicht einmal gute Noten vorzuweisen.

Wie haben wir das geschafft?



Wir haben versucht, Christians Persönlichkeit herauszustellen, denn sein Arbeits- und Sozialverhalten wurde von seinen Lehrern überdurchschnittlich gut beurteilt und so konnte er bei den sogenannten “soft skills”, Tugenden wie Pünktlichkeit, Höflichkeit, Teamfähigkeit und Fleiß, auf die Arbeitgeber sehr großen Wert legen, “Pluspunkte sammeln”.

Lange Vorlaufzeit

Doch das war natürlich nicht alles. Wichtig ist vor allem ein frühzeitiger Einstieg ins Abenteuer “Ausbildungsplatzsuche”. Und Eltern, die ihren Kindern zur Seite stehen. Inzwischen ist Christian längst bei einem hiesigen Unternehmen beschäftigt und erlernt den Ausbildungsberuf “Elektroniker für Geräte und Systeme”.

Ich darf inzwischen mit der Niederrheinischen IHK und einigen Schulen zusammen arbeiten.

Denn mit der Ausbildungsplatzsuche haben wir so eine Art “Bewerbungstagebuch” geführt, das ich mit dem Titel “Tipps mit Pfiff” veröffentlicht habe. Ein Erfahrungsbericht mit vielen Anmerkungen, Anschriften und praktischen Tipps, zwar auf die hiesige Region bezogen, doch im Grunde überall verwertbar. Zwei Jahre hat die komplette Familie in die Ausbildungsplatzsuche von Christian investiert, denn hin und wieder eine Ermahnung von Eltern, sich endlich zu bewerben, reicht meiner Meinung nicht aus. Ein frühzeitiger Einstieg in die Suche ist eher angebracht, weil viele Firmen lange Vorlaufzeiten und intensive Auswahlverfahren haben

Und der Mix macht es. Christian wollte nach der Fachoberschulreife einen handwerklichen Beruf ergreifen und suchte sich zehn verschiedene Berufsfelder aus.

Alle Informationsquellen wurden genutzt, Jobbörsen und Tage der offenen Türen besucht, Broschüren bei IHK und der Agentur für Arbeit bestellt. Schnupperkurse und Ferienjobs stellten Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern her. Und immer halfen wir als Eltern, seine Schwester als “Taxifahrerin” zu den verschiedenen Terminen und sogar die Großeltern.

Man darf nicht nur über Jugendliche herziehen, man sollte ihnen auch helfend zur Seite stehen.

All diese Schritte habe ich aufgezeichnet, denn unser “Erfahrungsprozess” sollte keine Geheimsache bleiben.

Inzwischen pflege ich gute Kontakte zur Niederrheinischen IHK in Duisburg, habe mit der Oldenburgischen IHK das Konzept für einen Workshop mit Eltern erarbeitet, begleitete Projektwochen an Schulen und stelle mein Engagement “Tipps mit Pfiff” auf Jobbörsen vor.

Die Termine dieser Jobbörsen findet man auf www.tipps-mit-pfiff.de/termine.html und jeder Interessierte kann daran teilnehmen. Auch Eltern sind gern gesehene Gäste.

Einige Schulen lehnen mich ab, weil ein kommerzieller Hintergrund besteht. Dabei nehme ich für meine Referate an Schulen kein Geld und auch der Besuch meiner Homepage ist kostenlos. Ich bin deshalb immer wieder überrascht, dass selbst die Lehrer, die mich hin und wieder einmal zu einer Deutschstunde, wenn das Thema “Bewerbungstraining” behandelt wird, einladen, dass ihnen viele Informationen, die ich weitergeben kann, nicht bekannt sind.

Inzwischen bin ich Mitglied bei “TeamArbeit für Deutschland”, einer Initiative der BRD gegen Arbeitslosigkeit und eine Fundgrube für Arbeitsplatzsuchende.

Ein Tipp für alle Jugendlichen: “Gut zuhören. Merkt euch die Namen eurer Gesprächspartner und benutzt sie auch. Schreibt sie direkt an, bedankt euch, fragt interessiert nach euren Möglichkeiten, zeigt ehrliches Interesse.”

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